Interview: Irans Fremdenverkehr im Aufwind

Gerti Tauchhammer traf sich mit dem Leiter des Touring und Automobilclubs der Republik Iran, Ebad Reza Eslami und dem General Manager von Adineh Travel, Davoodi Abbas um über den Iran als Tourismusdestination zu sprechen.

 

Iran ist mit einem Stand auf der Wiener Ferienmesse vertreten, was erhoffen Sie sich von Ihrer Teilnahme?

 Ebad Eslami: Wir sehen in dieser Messe eine gute Chance, Iran als Tourismusdestination international zu positionieren. Unsere Anwesenheit bei dieser Veranstaltung wird deshalb auch staatlich unterstützt. Die Lage Österreichs ist wegen seiner Nähe zu den umliegenden Märkten wie Deutschland und der Schweiz strategisch von großem Vorteil

 Wie sind die Verbindungen Österreich-Iran?

 Davoodi Abbas: Iran ist im Anflug auf Wien. Wir haben von fast allen europäischen Hauptstädten Flüge nach Teheran. Wien wird von Austrian und Iran Airlines angeflogen. Iran Air fliegt einmal die Woche, nachdem wir aber 200 neue Flugzeuge (Airbus und Boeing) bestellt haben, wird es in Zukunft täglich Flüge geben. Zusätzlich plant Iran Air, die Flüge von Wien nach Teheran und auch nach Isfahan und Shiraz auszubauen. Die Kapazitäten sollen dabei um 50 Prozent gesteigert werden.

Welche Prioritäten verfolgt Iran im Tourismusbereich? Welche Zielgruppen wollen Sie ansprechen?

Ebad Eslami: Ein großer Anteil von Touristen aus Österreich und Deutschland kommen wegen der reichen Kultur in den Iran. Andere Schwerpunkte sind Natur- und Abenteuerurlaub. Im Winter kann man im Süden Wassersport betreiben und im Norden Schifahren. Die Sahara ist ebenfalls ein Anziehungspunkt für viele Touristen. Ein weiterer wichtiger Bereich ist der medizinische Tourismus: Nachdem unser Land für sein Gesundheitswesen bekannt ist, kommen viele Menschen aus den Nachbarländern wie Aserbaidschan zu uns, um zum Beispiel Schönheitsoperationen durchführen zu lassen. Was sehr bemerkenswert ist, sind die verschiedenen ethnischen Gruppen im Land, wie etwa Kurden und Armenier, deren Kultur für viele Touristen ebenfalls eine spannende Erfahrung darstellt. Unsere Handwerkskunst wird auch sehr von den Gästen geschätzt, so nehmen Viele gerne handgemachte Souvenirs wie Teppiche oder auch Safran mit nach Hause.

Wie stark ist der Iran im Bereich des Luxustourismus? Gibt es fünf Sterne Hotels?

Ebad Eslami: Hinsichtlich der Anzahl der Touristen gibt es momentan genug fünf Sterne Häuser im Land, wir wollen diesen Sektor aber weiter ausbauen.

 Wie sind die Straßen- und Bahnverbindungen im Land?

Ebad Eslami: Die Verbindungen zwischen den Städten ist so ähnlich wie in Österreich, die Autobahnen sind sehr gut ausgebaut. Was hinzukommt, sind ausgezeichnete Flugverbindungen – in jede Stadt gehen vier Inlandsflüge täglich. Autovermietung wird ebenfalls möglich sein, wir haben mit dem internationalen Autoverleih Sixt rent a car einen Vertrag unterschrieben, nur die Bewilligungen müssen noch eingeholt werden.

 Wie steht es um die Sicherheit im Land?

Ebad Eslami: Sicherheit ist ein wichtiges Thema im Iran. Es wurden überall Überwachungskameras installiert, womit Teheran eine der sichersten Städte der Welt ist. Viele der Touristen, vor allem Russen, die früher nach Ägypten oder in die Türkei gereist sind, kommen jetzt zu uns. Bezüglich des Sicherheitsaspekts haben wir auch andere Initiativen gegründet: unsere Polizisten lernen Fremdsprachen, um sich besser auf die Reisenden einstellen zu können. Sie werden in der englischen und französischen Sprache geschult.

Gibt es einen Austausch in der Ausbildung zwischen Österreich und Iran im Bereich der Fremdenverkehrsschulen?

Ebad Eslami: Es bestehen in dieser Beziehung eine gute Zusammenarbeit. Wir haben mir dem österreichischen Autoclub Gespräche geführt, die Fahrer der iranischen öffentlichen Verkehrsmittel werden in Österreich ausgebildet werden. Im Bereich von Design und Hotellerie wurden mit Deutschland und Spanien Verträge unterzeichnet. Wir sind sicher, dass wir mit dem österreichischen Autoclub gute Ziele erreichen werden.

Welche Initiativen zur Verbesserung des Tourismus wurden noch gesetzt?

Ebad Eslami: Seit drei Jahren gibt es 17 Fremdenverkehrsbüros in 12 Ländern, in der Schweiz, Deutschland und Italien existieren diese bereits. In Österreich ist ebenfalls eines geplant. Wir sind dabei Iranern, die in Österreich im Tourismusbereich arbeiten, Positionen in diesem Büro anzubieten. Sie sollen interessierte Touristen über die Reisemöglichkeiten in unser Land informieren. Die Funktion des Büros wird privater Natur sein, es soll aber auch eine Vermittlungsrolle zwischen der Botschaft und Österreich einnehmen.