Ein Ausflug ins Paradies – Die Gärten von Marrakesch

Abseits der Souks findet man in Marrakesch und Umgebung auch traumhafte Gärten, die als Ruheoase bei ihren Besuchern beliebt sind.

„Gärten sind Orte des Friedens, des Re-spekts vor der Natur und der gesamten Schöpfung“, so der Multimediakünstler und Gartengestalter André Heller. In Marrakesch gleichen die vielen kunstvoll angelegten Gärten einem wahren Paradies. Society stellt die drei bekann-testen Gärten vor.

ANIMA

27 km außerhalb von Marrakesch liegt der Garten Anima, der vom österreichischen Multimediakünstler André Heller entworfen wurde. Der Garten erstreckt sich über drei Hektar und bildet einen unvergesslichen Ort des Staunens für Jung und Alt. Auf schattigen Wegen, zwischen verschiedenen Baumarten, Sträuchern, Skulpturen und Duftgewächsen können Besucher gemütlich flanieren und die Sinne schärfen. Der Garten bietet einen herrlichen Blick auf das oft schneebedeckte Atlasgebirge.

Ursprünglich war auf dem Grundstück des heutigen Parks eine Rosenfarm, die André Heller in ein prachtvolles Gartenreich voller Formen und Farben verwandelte. Auf der Anlage gibt es allerhand zu entdecken – alte Kak-
teensorten, Palmen, Olivenbäume, Bananenstauden, Orangenbäumchen, Strelizien, Drachenbäume, Bambus und vieles mehr. Dazwischen finden sich Skulpturen von lokalen und internationalen Künstlern. Von der Stadt aus kann die Komposition aus Blumen, Bäumen und Kunstwerken mit einem kostenlosen Shuttle-Service sehr einfach erreicht werden.

JARDIN MAJORELLE

Der Jardin Majorelle befindet sich im Stadtteil Guéliz in Marrakesch und ist nach dem französischen Maler Jacques Majorelle benannt. Der Künstler legte das kleine Paradies 1923 an. Über die Jahre geriet der Park jedoch in Vergessenheit und verwahrloste zunehmend. 1980 entdeckte der Modedesigner Yves Saint Laurent die Anlage mit seinem Partner Pierre Bergé wieder und restaurierte sie. Die Villa von Majorelle wurde dabei zu ihrem Wohnhaus, das sie Villa Oasis tauften. Heute zählt der Garten zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Marokkos. Jährlich suchen rund 600.000 Besucher Ruhe vom hektischen Treiben der Großstadt.

Die Anlage ist über 9000 m² groß und lässt Art Déco mit marokkanischem Stil verschmelzen. Er ist nach der Vorstellung des Paradieses im Koran gebaut, mit einer schützenden Mauer umgeben, gefüllt mit Wasserbecken für Vögel, exotischen Pflanzen und Wegen, die sich durch die Grünflächen schlängeln. Auf dem Grundstück gibt es mehr als 300 verschiedene Pflanzenarten aus der ganzen Welt zu bewundern, darunter Palmen und außergewöhnlich hohe Kakteen. Im hinteren Teil des Gartens befindet sich ein Gedenkstein zu Ehren von Yves Saint Laurent, dem die Rettung der einst verwilderten Gartenanlage zu verdanken ist. Auch seine Asche wurde im Park verstreut. Markenzeichen des Jardin Majorelle ist die Farbe Blau, die sich der Künstler patentieren ließ. Pavillons, Wasserbecken, Spring-brunnen und Übertöpfe erstrahlen so im „Majorelle-Blau“. Dazwischen finden sich Akzente in kräftigem Gelb, das einen interessanten Kontrast dazu bildet. Dieses Farbenspiel macht den Garten daher auch als Foto-Spot sehr beliebt. Die blaue Oase enthält außerdem auch einen Ausstellungsraum über die Arbeit von Yves Saint Laurent und ein Museum für Berberkultur. Das Museum wurde 2011 eröffnet und befindet sich im ehemaligen Atelier von Jacques Majorelle. Mehr als 600 Objekte, die von Pierre Bergé and Yves Saint Laurent gesammelt wurden, erinnern an die jahrtausendalte Kultur der Berber. Auch der Shop im Garten spiegelt marokkanische Traditionen wider. Die angebotenen Produkte wurden in Handarbeit von lokalen Künstlern hergestellt. Das Geschäft selbst ist eine farbenreiche Hommage an Yves Saint Laurent, dessen Arbeit von den marokkanischen Farben stark beeinflusst wurde. Im dazugehörigen Café können Gäste außerdem eine kühle Erfrischung oder den traditionellen marokkanischen Minze-Tee genießen.

LE JARDIN SECRET

Mitten in der Medina von Marrakesch befindet sich eine kleine grüne Oase, der Jardin Secret. Der geheime Garten ist seit 2016 für die Öffentlichkeit zugänglich, seine Geschichte reicht jedoch bis ins 16. Jahrhundert zurück. Zu Zeiten von Sultan Moulay ‘Abd-Al-lah stand auf dem Grundstück ein
Palast. Ende des 17. Jahrhunderts wurde dieser jedoch zerstört und später wieder neu aufgebaut. Schließlich wurde das Gebäude in ein Herrenhaus umgewandelt.

Der Riad (marokkanisches Haus mit Garten im Innenhof) ist unterteilt in zwei unterschiedliche Bereiche. Der exotische Garten beherbergt seltene Pflanzenarten aus der ganzen Welt.

Orchideenbäume, Feigenkakteen, Honigbüsche, Palmlilien und diverse andere rare Gewächse sorgen für ein Fest der Sinne. Aus früherer Zeit befindet sich im exotischen Abschnitt außerdem auch ein Hammam (öffentliches Bad), das als Zeichen von Wohlstand galt. Der islamische Garten ist eine Rekonstruktion aus dem 19. Jahrhundert und bildet das im Koran dargestellte Paradies nach. Der Garten wird als Metapher des Himmels gesehen und ist ein heiliger Ort, erbaut nach geometrischen Regeln, die die Macht Allahs über die wilde Natur widerspiegeln. Zum islamischen Teil gehören zwei Pavillons und ein 17 Meter hoher Turm, von dem aus man einen fantastischen Blick über die Stadt und die angrenzenden Berge hat. Das zentrale Element in beiden Gärten ist das Wasser. Die Wasserwege aus dem 19. Jahrhundert dienen der Bewässerung der Beete und als Unterteilung des Innenhofs. Wasser symbolisiert das Leben und hat im Koran eine besondere Bedeutung. Im Jardin Secret gibt es außerdem ein Café und ein Buchgeschäft, in dem man über die Geschichte Marokkos nachlesen kann.

Anima

Sarl A.U. Douar Sbiti

Route d‘Ourika, Marrakesch

Marokko

www.anima-garden.com/besuchen

Jardin Majorelle

Rue Yves Saint Laurent

Marrakesch

Marokko

www.jardinmajorelle.com

Le Jardin Secret

121, rue Mouassine

Marrakesch Medina

Marokko

www.lejardinsecretmarrakech.com

Foto: Anima/Albina Bauer

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