Erlebbare Geschichte mit Luxusfaktor

SOCIETY traf Mag. Florian Wille, General Manager des Palais Hansen Kempinski, und sprach mit ihm über die Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Hotellerie und der besonderen Verbindung von Kultur und Geschichte im größten Privatgebäude der Wiener Ringstraßenverbauung.

Generaldirektor des Palais Hansen Kempinski, Mag. Florian Wille

Sie leiten das Palais Hansen Kempinski seit Oktober 2018. Wie sehen Ihre Pläne und Ziele –zum Beispiel im Hinblick auf Nachhaltigkeit – aus und was sind für Sie die größten Herausforderungen?

Nachhaltigkeit ist das Wort der Stunde und zwar in jeder Hinsicht. Wir wollen vor allem nachhaltige Erlebnisse für unsere Gäste schaffen. Der Gast von heute möchte eine Destination erleben, im wahrsten Sinne des Wortes, mit allen Sinnen. Authentisch, bewusst, regional – all diese Faktoren tragen die Nachhaltigkeit in sich, die sich in seinem Erlebnis widerspiegelt.

Nachhaltigkeit und ökologische Verantwortung ist uns aber auch im Arbeitsalltag wichtig: Wir sind Earth Check zertifiziert und orientieren uns an dieser ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsrichtlinie, etwa durch den Einsatz von Fernkälte. Zudem reduzieren wir unseren Plastikabfall und setzen einen Fokus auf lokale Produkte und Dienstleistungen. Herausforderungen stehen in unserer Branche an der Tagesordnung – aber wir nehmen sie leidenschaftlich gerne an. Unser Produkt sind Emotionen, menschliche Interaktionen, Geschmäcker und Bedürfnisse. Jeder Gast ist einzigartig, so wie jeder Mitarbeiter auch. Die Motivation, jeden Tag zu einem besseren als den vorherigen zu machen, ist der Antrieb und der Anspruch an uns.

Sie haben viele Jahre im Ausland verbracht – was hat Sie dabei besonders geprägt und wie unterscheidet sich Wien als Hotelstandort von anderen Städten?

Ich hatte immer einen sehr großen Heimatbezug und trotzdem möchte ich die langjährige Auslandserfahrung nicht missen. Die Zeit in anderen Kulturkreisen hat mich sehr bereichert, ich durfte tolle Menschen kennenlernen, ihre Traditionen, ihre Speisen, ihre Art und Weise ihr Leben zu gestalten und zu genießen. Andererseits habe ich vieles zu Hause schätzen gelernt, was ich früher als Selbstverständlichkeit empfunden hatte. Wien und Österreich genießen in der Welt aufgrund ihrer Geschichte, Kultur und Natur sehr großes Ansehen. Die Stadt gilt nicht umsonst als die lebenswerteste der Welt.

Sie haben über zwanzig Jahre Erfahrung – wie hat sich die Branche in dieser Zeit Ihrer Meinung nach verändert?

Veränderung ist die einzige Konstante, wenn man die letzten 20 Jahre in unserer Industrie betrachtet. Die Art und Weise wie heute Zimmer gebucht werden, die Erwartungen des Gastes an ein Hotel und das Team – alles ist schneller geworden, jederzeit online. Ein schneller und verlässlicher Zugang zum Internet ist das Wichtigste für viele Gäste heutzutage. Die Hotelprospekte wurden von virtuellen Rundgängen abgelöst, Allergien und Unverträglichkeiten haben in Speisekarten Einzug gehalten, Rauchverbote, Datenschutzbestimmungen – die Liste ist sehr, sehr lange und hat unsere Art zu reisen wesentlich verändert. Das Umfeld ist wesentlich komplexer geworden, aber der Apfelstrudel schmeckt noch immer genauso gut wie früher.

Das Palais Hansen Kempinski, das zur ältesten Hotelgruppe Europas – Kempinski Hotels –gehört, wurde 2013 in Wien eröffnet – wie hebt es sich von anderen Fünf-Sterne-Hotels ab?

Wien hat viele schöne Hotels. Das Besondere am Palais Hansen ist aber die spezielle Verbindung mit der traditionellen wie zeitgenössischen Wiener Kultur. Unsere Lobby ist mehr als ein Aufenthaltsort, sie ist das Wohnzimmer der Gäste und Kaffeehaus der Wiener. Auch die vielfach ausgezeichnete Kulinarik hebt uns von anderen Hotels ab, ob nun unser Gourmetrestaurant EDVARD oder die 26°EAST, die zur Hotelbar des Jahres gewählt wurde. Unser Name „Palais Hansen Kempinski“ ist zudem Programm – einerseits sind wir ein historisches Ringstraßenpalais, welches 1873 zur Weltausstellung eröffnet wurde; Wir sind übrigens das größte Privatgebäude der Wiener Ringstraßenverbauung. Wir beleben diese historischen Mauern mit dem gedanklichen Erbe von Bertold Kempinski, der zur selben Zeit in Berlin den Grundstein zu Europas ältester Luxushotelkette gelegt hat. Als Gast im Palais Hansen Kempinski kann man Wien mit all seiner Kultur und Geschichte erleben und nicht nur anschauen.

Fotos: Palais Hansen Kempinski

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