Auftrieb für Elektromobilität in Österreich

Die Nachfrage von Hybrid- und Elektroautos am Automobilsektor nimmt rasant zu. SOCIETY sprach mit dem Vorstand des Bundesverbandes Elektromobilität Österreich (BEÖ), Mag. Roland Ziegler über die Fortschritte am Markt.

Wie hat sich die Entwicklung von Hybridautos in den letzten Jahren verändert bzw. verbessert?

Der Anteil der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen wächst kontinuierlich stark an. Im letzten Jahr wurden an die 5.500 Elektrofahrzeuge verkauft, davon 1.700 Plug-in-Hybride. Für 2018 ist weiterhin ein starker Anstieg zu verzeichnen. 

Welche Varianten sind für den Endverbraucher im Sinne des Fahrverhaltens und der Ökobilanz am besten geeignet?

Vor der Anschaffung eines E-Fahrzeuges empfehlen wir, das eigene Fahrprofil zu analysieren. Fährt man täglich kurze Strecken von 50 bis 100 Kilometern, reichen die heute üblichen Reichweiten von rund 300 Kilometern und mehr bereits aus. Für die gelegentliche Langstrecke ist eine gute Infrastruktur entlang der Hauptdurchzugsstrecken vorhanden. Für die Ökobilanz gilt: Je höher der Anteil von Fahrten mit Strom, desto besser.

Hybrideinstufungen (Micro-, Mild-, Voll-, Plug-In-Hybride) werden vor allem durch die Leistung der elektrischen Maschine und ihrer Funktionalität bestimmt – Worauf gilt es hier zu achten?

Die Einstufung erfolgt durch den Anteil des elektrischen Stroms an der Fahrleistung und an der Lademöglichkeit. Plug-in-Hybride können an einer Steckdose von außen geladen werden. Bei den anderen Hybridarten erfolgt die Ladung ausschließlich durch Rekuperation (Energierückgewinnung).

Welche Hybrid-Technologien haben sich besonders bewährt, wenn es um Kraftstoffverbrauch und Leistung geht? Welche wesentlichen Merkmale gibt es?

Plug-in-Hybride die nur gelegentlich elektrisch gefahren werden, bringen aufgrund des höheren Eigengewichts nur wenig Verbesserung in der Ökobilanz. Vollhybride können in der Stadt jedoch durch die Rekuperation beim Bremsen und die elektrische Unterstützung beim Anfahren einen deutlich reduzierten Treibstoffverbrauch und damit auch eine geringere CO2-Emission bewirken. 

Welche Vorteile haben erneuerbare Energien am Automobilsektor und wie werden sie eingesetzt? Haben Hybrid-Modelle Vorteile gegenüber Elektroautos?

Elektrofahrzeuge haben den Vorteil, dass sie mit Strom aus nachhaltiger Erzeugung betrieben werden können. In Österreich liegt der Anteil von Ökostrom bereits bei rund 80%. Nachhaltiger Strom aus Wasserkraft, Windenergie und Photovoltaik kann nicht sowie bei thermischer Erzeugung einfach ein- oder ausgeschalten werden. Insbesondere in den Nachtstunden und an Wochenenden fällt überschüssiger Strom an, der dann in den Batterien der Elektrofahrzeuge gespeichert und später in Mobilität umgewandelt werden kann. Neben der wesentlich höheren Energieeffizienz von Elektroantrieben gegenüber Verbrennern ist das auch ein wesentlicher Vorteil im Vergleich zur bisherigen Antriebstechnik. Hybridmodelle haben da keine spezifischen Vorteile. Das Laden von Ökostrom ist nur bei Plugin-Hybriden möglich und auch nur in geringerem Umfang als bei Batterie-Elektrofahrzeugen.

Foto: Christian Furthner

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