„Frankreich neu“ in Wien

Unter dem Motto „Frankreich neu“ will das Französische Kulturinstitut in Österreich (IFA) neue Akzente setzen. Mit dem Wechsel des Standortes in Wien – das Institut übersiedelte vom 9. Bezirk in den 2. Bezirk – geht eine inhaltliche Neuaufstellung Hand in Hand. Die Sektoren Bildung, Sprache und Kultur zielen auf Erweiterung des Angebots und wollen auch die Bundesländer stärker einbeziehen.

Von Hermine Schreiberhuber

 

Mit einem Veranstaltungsreigen präsentierte das Institut Francais im November in seinen neuen Räumlichkeiten in der Praterstraße ein dichtes Programm an Aktivitäten, um dem österreichischen Publikum die neuen Formate schmackhaft zu machen. Botschafter Francois Saint-Paul definiert unter Hinweis auf Präsident Emmanuel Macron die Rolle des Kulturinstituts als Instrument zur Vertiefung des kulturellen Austauschs. Institutsdirektor Jacques-Pierre Gougeon verweist auf die breite Palette des Angebots – Literatur, moderne Musik, Tanz, Kunst, aber auch Design und Kulinarik.

 

Zum Auftakt von „Frankreich neu“ lud das neue Institut Francais im November junge Kulturschaffende und Intellektuelle ein, wobei der Verquickung von Literatur und Musik spezielle Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Die Vorstellung der Sprach- und Bildungsprojekte mit neuen kulturellen, wissenschaftlichen und universitären Formaten war eingebettet in zwei erlebnisreiche Abende mit Tanz- und Literatur-Performances sowie mit Auftritten des Multi-Instrumentalisten Chapelier Fou aus Metz. Seit 2009 hat sich der Musiker ganz auf elektronische Musik spezialisiert.

 

Buch Wien und Comic Festival

Die diesjährige Wiener Buchmesse „Buch Wien“ bot ein exzellentes Forum für „Frankreich neu“. Auf der Messe wurden die aktuellen Neuerscheinungen und jüngst preisgekrönte Werke der französischen Literatur vorgestellt. Einen Höhepunkt bildete eine Diskussion mit dem Krimi- und Drehbuchautor Karim Miské, der sein Buch „Arab Jazz“ („Entfliehen kannst du nie“) präsentierte. Er hielt auch eine Lesung in Graz und nahm an den Europäischen Literaturtagen in Krems in der Wachau teil. Im Vorjahr war Goncourt-Preisträger Mathias Enard als Ehrengast zur „Buch Wien“ geladen.

Erstmals war auch das Comic Festival der Frankophonie auf der „Buch Wien“ präsent. Seit 2013 wird es in Kooperation mit den Botschaften Belgiens und der Schweiz organisiert. Prominente Comic-Autoren aus Frankreich stellten sich auf der  „Buch Wien“ vor und signierten teils zeichnend ihre Werke. Unter ihnen waren Miles Hyman (Zeichnungen) und Jean-Luc Fromental (Text) mit ihrem Buch „Le Coup de Prague“. Es befasst sich mit einer Episode aus dem Leben von Graham Greene, dem Drehbuchautor des legendären Nachkriegsfilms „Der Dritte Mann“. Aus Quebec war die Comic-Künstlerin Isabelle Arsenault zugegen.

 

Neue Formate in Kultur und Bildung

Von zentraler Bedeutung sind und bleiben für das IFA die Sprachkurse mit neu gestalteten Angeboten. Herz des Instituts im ehemaligen Palais Rohan ist die Mediathek mit einem Schwerpunkt auf Neuheiten und digitalen Inhalten. Die französische Botschaft kann sich über eine zehnprozentige Steigerung von Französisch-Lernenden seit September freuen. In diesem Studienjahr werden Kinder- und Schülerkurse einschließlich Maturavorbereitung angeboten, ferner Französischkurse für Beruf und Fachsprache sowie für Kreative, inklusive spezifischer Workshops.

Im Wissenschaftsbereich stehen Vorträge auf der Agenda. Ende November fand in Innsbruck eine Konferenz über innovative Gebäude in Kooperation mit der dortigen Universität statt. Im Zuge eines Rezensionswettbewerbs für Schüler im Studienjahr 2017/18 wird die Jugendautorin Charlotte Erlih durch Österreich touren. Auf der „Buch Wien“ hielt Erlih eine Extraklasse für Schüler, die am „Prix de la Critique des Lyceens“ teilgenommen haben.

 

Auch das 30-jährige Bestehen des Erasmus-Programms wurde gebührend gefeiert

Bei einem Fotowettbewerb unter dem Titel „Servus Frankreich! 30 Jahre Erasmus“  konnten Schüler, Studenten und Lehrlinge Sprachaufenthalte in Frankreich gewinnen. „Campus France Österreich“ ist ein Service des IFA, das interessierten Österreichern Tipps für Sprachaufenthalte gibt und individuelle Beratung für Studien in Frankreich bietet.

Nächstes Jahr wird der Musikwettbewerb „Francomusiques“ gestartet. Bundesweit sollen Schüler Lieder in französischer Sprache komponieren, texten und singen. Im Wettbewerb Karambolage können Schüler von Französischklassen ferner Kurzfilme erstellen, in denen französische und österreichische Besonderheiten aufs Korn genommen werden.

 

Fotos: Französisches Kulturinstitut

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