Lehrgang „Interkulturelle Integrationsbegleitung“ – Engagement mit Zukunft

SOCIETY traf Karl Schrittwieser, Obmann des Instituts IMPROVE – Bildung mit Zukunft, und sprach mit ihm über die Integrationspatenschaft – ein Gewinn für Gemeinden und Unternehmen.

Was ist das Besondere an der Ausbildung zum Integrationsbegleiter?

Wir glauben, dass Integration von innen heraus verstanden werden und funktionieren muss. Meist wird dem Migranten die Integration von außen aufgesetzt – er passt sich an, aber weiß nicht was Integration ist und das wollen wir ändern. Ich wollte bewusst nicht, dass die Inhalte des Lehrgangs von Österreichern erstellt werden. Deshalb haben wir diesen Lehrgang auch mit zwei Asylwerberinnen entwickelt – einer Soziologin aus Venezuela und einer weiteren Akademikerin aus Serbien. Ich wollte, dass Inhalte über Migration, Integration, Traditionen und Religion bis hin zum Thema Gender im Lehrgang vermittelt werden.

Sie haben sich für den Lehrgang ein Patenschaftskonzept überlegt. Welche Vorteile sehen Sie für den Paten?

Es gibt zwei Modelle der Patenschaft. Die Belegschaft sammelt selbst für einen Integrationscoach und der Unternehmer zahlt dann den fehlenden Betrag auf – somit übernehmen alle gemeinsam die Patenschaft. Das ist auch ein schönes Team Building-Projekt. Ebenso ist es natürlich möglich, dass ein Unternehmer die Kosten komplett selbst übernimmt. Meiner Meinung nach, sind Firmen und Unternehmen durchaus daran interessiert etwas für die Gesellschaft zu tun – man denke an den Begriff „Social Responsibility“. Dieses soziale Engagement ist auch werblich vermarktbar. Es ist sicher eine tolle Imagewerbung, da diese Patenschaft ein nachhaltiger und dokumentierter Beitrag für die Gesellschaft ist. Auf Wunsch und nach Definition der Anforderungen durch das Patenunternehmen, kann aufgrund des Vorgesprächs ein Teilnehmer ausgewählt werden, der später als möglicher Mitarbeiter in Frage kommt. Gerade für Unternehmen, die in den Herkunftsländern der Teilnehmer wirtschaftliche Interessen verfolgen, können diese Mitarbeiter eine sehr wertvolle Bereicherung sein. Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr Spezialisten aus dem Ausland zu uns kommen – diese werden dann oft in einem multikulturellen Team zusammengewürfelt und es gibt diverse Reibungspunkte, auch traditionell bedingt. Kommt ein ausgebildeter Integrationscoach in das Unternehmen, so hat er ein anderes Verständnis für diese Reibungspunkte und es kann viel entspannter eine gute Teamarbeit aufgebaut werden. Der Integrationsbegleiter kennt die unterschiedlichen Konfliktpotentiale und kann als Mediator fungieren.

Für diese Aufgabe muss der Integrationsbegleiter aber auch bereits viele persönliche Eigenschaften, wie soziales Einfühlungsvermögen, mitbringen.

Unbedingt. Es gibt ein Vorgespräch, in welchem abgeklärt wird, ob der Asylwerber dazu geeignet ist, um als Integrationsbegleiter eingesetzt zu werden. Beispielsweise wird seine Einstellung gegenüber anderen Religionen abgefragt und sein bisheriger Bildungsweg. Natürlich muss das Deutsch unserer Asylwerber bereits auf B2-Niveau sein.

Können Sie uns bitte ein paar konkrete Aufgaben eines fertig ausgebildeten Integrationsbegleiters nennen?

Neben dem Konfliktmanagement, soll er als Ansprechpartner für Migranten fungieren. Ziel soll immer die Vermittlung der neuen Kultur und das Heranführen and die örtliche Bevölkerung sein. Er soll Migranten sowohl individuell als auch in Gruppen betreuen – alles mit dem Ziel, diese Menschen in ihr soziales Umfeld zu integrieren. Des Weiteren soll er Migranten die Zugangsvoraussetzungen für den Arbeitsmarkt aufzeigen können und Maßnahmen initiieren, um dieses Ziel zu erreichen.

Können Sie garantieren, dass ein Asylwerber nach dieser Ausbildung einen Arbeitsplatz bekommt?

Nein, das können wir nicht. Es gibt eine Abschlussprüfung, besser gesagt ein Abschlussgespräch. Asylwerber können in einer Non-Profit-Organisation oder in einer Gemeinde bis zur Geringfügigkeitsgrenze verdienen. Ich denke, dass es speziell für Gemeinden profitabel ist einen Integrationscoach anzustellen.

Wie ist die Ausbildung zum Integrationsbegleiter aufgebaut?

Die Ausbildung besteht aus zwei Vorbereitungslehrgängen mit je 3-4 Modulen. Das erste Modul steht unter dem Thema der „Persönlichkeits- und menschlichen Entwicklung“. Das zweite hat den Titel „Grundlagen für Coaches“. Der Lehrgang „Integrationsbegleitung“ besteht dann aus zwei Modulen – „Grundlagen zum Thema Migration“ und „Handlungsansätze und Methoden“. Dieses Modul soll dem Integrationsbegleiter vor allem als praktische Unterstützung bei der Umsetzung seiner neuen Aufgabe dienen. Hat der Teilnehmer bereits eine entsprechende Vorbildung und es können Vorbereitungsmodule entfallen, so reduzieren sich auch die Gesamtkosten.

Was bietet Ihr Institut sonst an Ausbildungen an?

Des Weiteren bilden wir TÜV-zertifizierte Personenbetreuer aus. Der Unterschied zur Pflege muss hier hervorgehoben werden: man betreut einen Menschen solange er sein Leben noch selbst gestalten kann. Bis jetzt wird in Österreich der Bereich der Pflege und der Betreuung miteinander vermischt. Außerdem ist uns die Generationenbetreuung ein Anliegen – in Österreich werden nach wie vor Senioren und Kinder vollkommen abgegrenzt betreut. Die Teilnehmer unserer Ausbildung müssen den Menschen von 0 bis 90 Jahre kennenlernen, den Menschen in seiner Gesamtheit sozusagen.

Patenschaftsmodelle und Kosten

  • mit Lernmentoring (Lernbetreuung wird durch IMPROVE durchgeführt) Euro 1.500,-
  • ohne Lernmentoring (Lernbetreuung führt der Pate selbst durch) Euro 1.200,-

Die Kosten für die Patenschaft beinhalten den Aufwand für das Vorbereitungsgespräch samt Systemeinschulung, die Theorie-Lernmodule, Prüfung. Wahlweise inkl. Lernmentoring.

Bei Interesse an einer solchen Patenschaft, wenden Sie sich bitte an:

Zertifiziertes Gemeinnütziges Institut für Erwachsenenbildung

IMPROVE – Bildung mit Zukunft

Hirschstettnerstr. 19-21/Obj. Z/3.OG/Büro 306, 1220 Wien

www. improve.or.at

office@improve.or.at

Tel: +43.680.1405737

 

Foto: IMPROVE – Bildung mit Zukunft

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